Kurzfassung
Eine umfangreiche TYPO3-Website zu WordPress zu migrieren, klingt zunächst nach einem klassischen Website-Relaunch. Das neue Design wird in WordPress aufgebaut, bestehende Inhalte werden übernommen und die neue Website geht online.
Bei einer mehrsprachigen Website mit vielen Seiten, News, Bildern und unterschiedlichen Inhaltselementen wird die Content-Migration jedoch schnell zu einem eigenen Großprojekt.
Für den Relaunch einer internationalen Website aus der Agrar- und Landtechnik haben wir deshalb ein eigenes Migrationstool entwickelt. Damit konnten wir bestehende TYPO3-Inhalte direkt innerhalb der neuen WordPress-Website auswählen, den neu gestalteten Elementor-Seiten zuordnen und anschließend alle vorhandenen Sprachversionen automatisiert in WPML importieren.
Ohne jede Seite in jeder Sprache erneut manuell befüllen zu müssen.
Ganz einfach.
Der eigentliche Aufwand eines Website-Relaunches steckt oft im Content
Eine neue Website zu gestalten, ist nur ein Teil eines Relaunches.
Bei bestehenden Unternehmenswebsites sind oft über viele Jahre umfangreiche Inhalte entstanden:
- Unternehmens- und Leistungsseiten
- Produktinformationen
- News und Pressemitteilungen
- Bilder und Downloads
- unterschiedliche Inhaltsbereiche innerhalb einzelner Seiten
- Übersetzungen in mehreren Sprachen
Diese Inhalte einfach vollständig in das neue System zu importieren, ist selten die beste Lösung.
Die neue Website erhält normalerweise eine neue Seitenstruktur, ein neues Design und neu aufgebaute Inhaltsbereiche. Bestehende TYPO3-Elemente können daher nicht immer eins zu eins in WordPress oder Elementor übernommen werden.
Gleichzeitig sollen vorhandene Texte und Übersetzungen nicht verloren gehen. Gerade bei fachlichen Inhalten wurden diese oft aufwendig erstellt, abgestimmt und professionell übersetzt.
Es braucht also einen Mittelweg:
Die neue Website soll gestalterisch und technisch sauber neu aufgebaut werden. Bestehende Inhalte sollen aber dort übernommen werden können, wo sie weiterhin sinnvoll und aktuell sind.
Genau an diesem Punkt wird eine klassische TYPO3-zu-WordPress-Migration schnell aufwendig.
Warum mehrsprachige TYPO3-Migrationen so mühsam werden können
Bei einer Website mit nur wenigen Seiten und zwei Sprachen lässt sich ein Teil der Inhalte noch manuell übertragen.
Bei größeren Websites sieht das anders aus.
Angenommen, eine Website besteht aus 100 Seiten und ist in vier Sprachen verfügbar. Selbst wenn pro Seite nur einige Textbereiche und Bilder übernommen werden müssen, entstehen daraus schnell Hunderte einzelne Arbeitsschritte.
- Für jede Seite müsste man unter anderem:
- 1. die bestehende TYPO3-Seite öffnen,
- 2. den passenden Inhaltsbereich finden,
- 3. den Text kopieren,
- 4. die neue WordPress-Seite öffnen,
- 5. das richtige Elementor-Element auswählen,
- 6. den Inhalt einfügen,
- 7. Bilder herunterladen und neu hochladen,
- 8. die passende Übersetzung suchen,
- 9. den Vorgang für jede weitere Sprache wiederholen,
- 10. anschließend alle Sprachversionen kontrollieren.
Das ist nicht nur zeitaufwendig. Durch die vielen manuellen Schritte steigt auch die Fehleranfälligkeit.
Texte können in der falschen Sprache eingefügt werden. Bilder werden vergessen. Absätze landen im falschen Element. Übersetzungen werden nicht richtig miteinander verknüpft oder einzelne Content-Bereiche werden versehentlich ausgelassen.
Die Arbeit ist machbar – aber bei vielen Seiten und Sprachen nicht besonders effizient.
Ein Komplettimport löst das Problem ebenfalls nicht immer
Natürlich gibt es Importlösungen, mit denen sich Daten aus einem bestehenden Content-Management-System exportieren und in WordPress importieren lassen.
Das kann sinnvoll sein, wenn Inhalte und Strukturen möglichst unverändert übernommen werden sollen.
Bei einem echten Relaunch ist das aber häufig nicht der Fall.
Die neue Website soll schließlich nicht einfach eine technische Kopie der alten Website werden. Sie erhält ein neues Design, eine verbesserte Seitenstruktur und neu aufgebaute Elemente in Elementor.
Ein Absatz aus TYPO3 soll vielleicht künftig in einem zweispaltigen Bereich erscheinen. Aus mehreren alten Inhaltselementen wird ein gemeinsamer neuer Abschnitt. Bestehende Bilder werden teilweise übernommen, teilweise ersetzt. Bestimmte News bleiben relevant, andere sollen nicht mehr migriert werden.
Ein blinder Komplettimport würde in solchen Fällen viele Inhalte übertragen, die anschließend trotzdem manuell bereinigt, neu zugeordnet oder wieder gelöscht werden müssten.
Deshalb haben wir einen anderen Ansatz gewählt.
Unsere Lösung: Inhalte auswählen, Seite gestalten, Sprachen automatisiert übernehmen
Für das Projekt haben wir ein eigenes Tool entwickelt, das direkt in den Migrationsprozess der neuen WordPress-Website integriert wurde.
Die Grundidee war einfach:
Wir wollten die volle gestalterische Freiheit von Elementor beibehalten, aber gleichzeitig so viele bestehende Inhalte und Übersetzungen wie möglich automatisiert übernehmen.
Dafür wurde der Prozess in zwei Teile aufgeteilt.
Zuerst wird die neue Seite in der Hauptsprache sauber in Elementor aufgebaut. Dabei kann direkt auf die Inhalte der bisherigen TYPO3-Website zugegriffen werden, ohne die neue WordPress-Umgebung verlassen zu müssen.
Die benötigten Content-Abschnitte werden ausgewählt und den entsprechenden Bereichen der neuen Seite zugeordnet.
Im Hintergrund speichert das Tool die IDs der ursprünglichen TYPO3-Inhaltselemente.
Sobald die Seite in der Hauptsprache fertig gestaltet ist, können anhand dieser IDs die zugehörigen Inhalte der weiteren Sprachen automatisch gefunden, ausgelesen und in die entsprechenden WPML-Sprachversionen importiert werden.
Das bedeutet:
Die Seite muss nur einmal vollständig aufgebaut und zugeordnet werden. Die bereits vorhandenen Übersetzungen werden anschließend automatisch in die richtigen Bereiche übernommen.
So funktioniert die TYPO3-zu-WordPress-Migration im Detail
1. Die neue Seite wird in Elementor aufgebaut
Der Ausgangspunkt ist die neue WordPress-Website.
Die Seite wird nicht aus TYPO3 kopiert, sondern passend zum neuen Webdesign in Elementor aufgebaut. Abstände, Spalten, Überschriften, Bilder, Buttons und weitere Elemente können damit frei gestaltet werden.
So bleibt der Relaunch ein echter Relaunch.
Die neue Website muss sich nicht an der technischen Struktur des alten TYPO3-Systems orientieren.
2. Bestehende Inhalte werden direkt in WordPress angezeigt
Während der Bearbeitung können die verfügbaren Inhalte der bisherigen TYPO3-Seite direkt innerhalb der neuen WordPress-Website aufgerufen werden.
Das ständige Wechseln zwischen TYPO3, Browser-Tabs und Elementor entfällt.
Die Person, die die neue Seite erstellt, sieht direkt, welche bestehenden Content-Abschnitte verfügbar sind und kann entscheiden, welche davon übernommen werden sollen.
Das ist besonders hilfreich, wenn eine TYPO3-Seite aus vielen einzelnen Inhaltselementen besteht.
Nicht jeder Bereich muss importiert werden. Nur die Inhalte, die für die neue Seite tatsächlich benötigt werden, werden ausgewählt.
3. Die IDs der TYPO3-Inhalte werden gespeichert
Jeder relevante Content-Abschnitt besitzt im ursprünglichen System eine eindeutige ID.
Wird ein Inhalt für die neue Seite ausgewählt, speichert unser Tool diese ID gemeinsam mit der Zuordnung zum entsprechenden Elementor-Element.
Vereinfacht gesagt merkt sich das System zum Beispiel:
- Dieser TYPO3-Text gehört in dieses Textfeld.
- Diese Überschrift gehört in dieses Elementor-Heading.
- Dieses Bild gehört in diesen Bildbereich.
- Dieser News-Inhalt gehört in diesen WordPress-Beitrag.
Die gespeicherte ID wird damit zur Verbindung zwischen dem alten TYPO3-Inhalt und dem neuen WordPress-Element.
4. Die Hauptsprache wird fertiggestellt
Die neue Seite wird zunächst in der festgelegten Hauptsprache fertig aufgebaut.
Dabei können Inhalte nicht nur übernommen, sondern auch überarbeitet werden. Absätze lassen sich kürzen, neu anordnen oder mit neuen Inhalten kombinieren.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer vollständig automatisierten Migration.
Automatisiert wird dort, wo Automatisierung sinnvoll ist. Die redaktionelle und gestalterische Kontrolle bleibt trotzdem erhalten.
5. Die weiteren Sprachversionen werden automatisch ausgelesen
Sobald die Hauptseite fertig ist, beginnt der eigentliche Vorteil unseres Tools.
Anhand der gespeicherten TYPO3-IDs sucht das System nach den zugehörigen Inhaltselementen in den weiteren Sprachen.
Ist ein ausgewählter Abschnitt beispielsweise auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch vorhanden, kann das Tool die jeweiligen Sprachversionen eindeutig zuordnen.
Die Texte werden aus TYPO3 ausgelesen und automatisch in die passenden WPML-Sprachversionen der neuen WordPress-Seite importiert.
Die Zuordnung muss nicht für jede Sprache erneut durchgeführt werden.
6. Die Inhalte landen direkt in den richtigen Elementor-Elementen
Es reicht nicht, die übersetzten Texte einfach irgendwo in WordPress zu speichern.
Sie müssen in genau jenen Elementor-Elementen landen, die zuvor für die Hauptsprache aufgebaut wurden.
Deshalb verbindet das Tool nicht nur Seiten miteinander, sondern ordnet einzelne Content-Bereiche den richtigen Feldern und Widgets zu.
Die englische Überschrift landet im englischen Überschriftenelement. Der französische Fließtext wird im dazugehörigen französischen Textbereich gespeichert. Das vorhandene Bild wird dem richtigen Bildelement zugeordnet.
Das Elementor-Layout bleibt in allen Sprachen erhalten. Nur die jeweiligen Inhalte werden ausgetauscht.
Auch bestehende Bilder konnten übernommen werden
Bei Content-Migrationen geht es nicht nur um Texte.
Gerade bei News, Projekten und Unternehmensseiten spielen Bilder eine wichtige Rolle. Diese manuell aus TYPO3 herunterzuladen, sinnvoll zu benennen, in WordPress hochzuladen und anschließend wieder den richtigen Seiten und Sprachen zuzuordnen, verursacht zusätzlichen Aufwand.
Unser Tool konnte deshalb auch bestehende Bilder auslesen und in WordPress übernehmen.
Die Bilder wurden dabei nicht einfach extern eingebunden. Sie konnten in die WordPress-Mediathek übertragen und anschließend den vorgesehenen Elementor-Elementen oder Beiträgen zugeordnet werden.
Dadurch bleiben sie auch nach der Abschaltung der alten TYPO3-Website verfügbar.
- Wichtig ist bei einer solchen Migration trotzdem eine anschließende Prüfung:
- Ist die Bildqualität ausreichend?
- Werden noch veraltete Motive verwendet?
- Sind Dateinamen und Alt-Texte sinnvoll?
- Ist das Bild für die neue Darstellung richtig zugeschnitten?
- Liegen die notwendigen Nutzungsrechte weiterhin vor?
- Sollte das Bild für eine bessere Ladezeit optimiert werden?
Die Vorteile unserer individuellen Migrationslösung
Deutlich weniger manuelle Arbeit
Die Seite wird nur in der Hauptsprache vollständig aufgebaut und zugeordnet. Die weiteren Sprachversionen können anschließend automatisiert übernommen werden.
Weniger Copy-and-paste
Das manuelle Kopieren einzelner Texte zwischen TYPO3, WordPress und Elementor wird auf ein Minimum reduziert.
Geringere Fehleranfälligkeit
Durch die eindeutige Zuordnung über gespeicherte IDs landen die Inhalte in den vorgesehenen Bereichen und Sprachen.
Bestehende Übersetzungen bleiben erhalten
Professionell erstellte und bereits freigegebene Übersetzungen müssen nicht neu angefertigt oder erneut manuell übertragen werden.
Neues Design ohne starre Altsystem-Struktur
Die neue Website kann frei in Elementor gestaltet werden. Die technische Struktur der alten TYPO3-Seite muss nicht nachgebaut werden.
Selektive Content-Übernahme
Es können einzelne Seiten, News oder Content-Bereiche migriert werden. Ein vollständiger Import der gesamten Website ist nicht zwingend notwendig.
Bilder werden ebenfalls übernommen
Vorhandene Medien lassen sich gemeinsam mit den zugehörigen Inhalten in WordPress importieren.
Skalierbar für viele Seiten und Sprachen
Je größer und internationaler die bestehende Website ist, desto stärker wirkt sich die Automatisierung auf den gesamten Projektaufwand aus.
Sie möchten eine mehrsprachige TYPO3-Website zu WordPress migrieren?
Gerade bei umfangreichen Websites ist ein CMS-Wechsel mehr als ein klassischer Import.
Inhalte müssen analysiert, ausgewählt, neu gestaltet und den richtigen Sprachversionen zugeordnet werden. Ein Standardprozess reicht dafür nicht immer aus.
Als WordPress-Agentur verbinden wir Webdesign, Content, Softwareentwicklung und SEO. Dadurch können wir nicht nur eine neue WordPress-Website gestalten, sondern auch individuelle Tools und Schnittstellen entwickeln, die den gesamten Relaunch einfacher machen.
Sie planen die Migration einer TYPO3-Website zu WordPress oder möchten bestehende mehrsprachige Inhalte in Elementor und WPML übernehmen?
Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welcher Migrationsprozess für Ihre Website sinnvoll ist.
Ganz einfach.
Christian Schütz
Christian Schütz ist Mitgründer und Geschäftsführer von SuS.digital, einer Digitalagentur mit Sitz in Wels, Oberösterreich. SuS.digital begleitet KMU bei Webprojekten, Positionierung, SEO und digitaler Markenkommunikation – mit dem Anspruch, dass eine neue Website nicht nur gut aussieht, sondern messbar arbeitet.